Lueginsland – do gucksch!
E Kolumne iwwer e Kolumne

Ondri kriege zum Fuffzigschde e Jubiläumswinn, d´Mundartkolumne Lueginsland kriegt vun de Badische Zittung e Sparplon. Monchmol frogt ma sich schu, wie so Entscheidunge in re Zittungsredaktion z´stond kumme. Hocke dort schlaui Litt un ibberlege, was in so e regionali Zittung nid rächt ni basst un kumme donn uf die subba Lösung: Hajo, wenn alles uf Hochditsch gschriebe isch, sieht´s villicht komisch us, wenn so e kleines Eckli in Mundart isch. Usserdem kinnt des jo usgrenze. Des basst villicht hitzudags au gar nimmi, um sei Verbundeheit zu de regionale Identität usz´drucke. So e Hashtag un e Bild vum me Bollehut dät villicht au longe?

Jemerani! Uf jede Fall därf ma sich die Reaktione vun de Leserinne un Leser so vorstelle: Do kindigt ma mol gonz nebebei während de erschde londeswitte Mundartmess Dialecta on, d´fuffzigjährig Mundartkolumne „Lueginsland“ kinftig nur nuch eimol statt viermol im Munet ruskumme z´losse – un pletzlich kracht im Londstrich zwische Kaiserstuhl un Schwarzwald e Welle de Entrischtung los, wie ma se sunscht nur vun gschlossene Freibäder im Hochsummer kennt.

Leserbrief treffe i. Villi Leserbrief. Offebar meh als zu jedem ondre Thema in de vergongene Johr. Des het die Verontwortlichi derart iberrascht, dass ma kurzerhond zu me Treffe noch Friburg iglade het. Dert sin se ghockt – die treui Leserinne un Leser, Mundartfreunde, Vereinsmensche un selli, die sich bisher sicher ware, dass ihri Zittung gnau weiß, was se on ihrer Heimat schätze.

Do lueg no! I glaub die Kolumneschrieberinne un -schrieber hen nuch nie so vill Rickestärkung un Komplemente in so kurzer Zit kriegt: geischtreich, modern, aktuell, onspruchsvoll, humorvoll, nochdenklich, charmant, gwitzt, gbildet…die Kolumne däte Heimatverbundeheit zeige un einem s´Lebe spiire losse, si däte Erinnerunge wachrittle un wäre ebbis fir ´s Herz in re Zitt, in der eh alles schlimm gnu wär. Die Onkindigung aber, dass ma drei vun vier Kolumne im Munet striche will, wär e nasser Wäschlabbe ins Gsicht gwese – un des bi re Zittung die vun sich sait, s´Regionale un s´Lokale wär ihr Fundament.

Un weisch wie d´meischdi Badner Ü60 immer nuch e bisli zusätzlich ärgre konnsch? Musch ne nur vun de Kolumne „Auf gut Schwäbisch“ verzähle; die kummt – feschthalte – däglich! Schinnbar isch ma dort nuch nid uf die Idee kumme, dass ma Traditione om beschde dodurch bewahrt, dass ma se abschafft.

Jetzertle heißt ´s in Friburg nuchemol nochdenke. Villicht het ma wirklich unterschätzt, wie groß die Zuneigung zu de Mundart isch un was ma als regionali Zittung eigentlich fir e Verontwortung het. Villicht hen se aber au mol gmerkt, dass Litt, die Dialekt liebe, erstaunlich hartnäckig si kinne.

Un so bliebt d´Hoffnung, dass d´Lueginsland witterno wöchentlich ogluegt, glese un villicht au bal ghärt werre därf. Un wer schriebt dort eigentlich? Des sin d´Ulrike Derndinger, de Manfred Markus Jung, d´Beate Ruf, d´Friedel Scheer-Nahor, de Martin Wangler un de Wendelinus Wurth. Sellene winsch i, dass ne d´Luschd nid vergonge isch un dass ne d´alemonnisch Sproch nuch long us de Feder fließt!

Veronica Kerber

 

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