Was früher war

„Lumbe, Alteise, Håsefell“ – so kündigte sich der „Lumbesemmler“ mit Schellengebimmel in den 50er und 60er Jahren im Ort an. Das war die frühe Form der Mülltrennung und Wertstoffsammlung. Mit dem motorisierten Dreirad fuhren 2 oder 3 Leute durch den Ort und sammelten Lumpen, Alteisen, Hasenfell.
In dieser Rubrik wollen wir Vergangenes dem Vergessen entreißen und jüngeren Leuten zu vermitteln, was man aus wenig gemacht hat und wie zufrieden man damit war oder auch sein musste. Es soll das Arbeitsleben, die Arbeit der Hausfrau, das Leben in der Familie, einfach den Alltag von vor vielen Jahren begreiflich machen.
Es können aber auch Themen sein, die noch vor 15…20 Jahren bedeutsam waren, heute aber schon wieder „verschwunden“ sind.
In der Rubrik findet ihr sachliche Themen, aber auch lustige Geschichten. Was in der einen Mundart-Region bedeutsam war –man denke an die Arbeit der Steinbrecher (im „Ståbruch“)-, kam in der anderen Region gar nicht vor.
Wenn das im Dialekt Geschriebene nicht selbsterklärend ist, hilft die „Übersetzung“.
Es gibt so vieles wieder zu entdecken und ans Tageslicht zu heben.
Wir freuen uns über Beiträge – gerne in Textform oder als eingesprochene Audiodatei. Wer eine Geschichte erzählen oder über ein Thema berichten kann, aber nicht die Möglichkeit hat, sie aufzuschreiben oder aufzusprechen, wende sich gerne an uns.
Rheinfränkisch/Kurpfälzisch/Dossemerisch
Wånn ä Hemm åm Kråche durchgewetzt wår
Wånn ä Hemm åm Kråche durchgewetzt wår, hot ma sich beholfe. Mer isch zum Schneider gånge un hot de Kråche falsch bsetze losse. Un der hot ä Stickel vum Hemm hinne unne abgetrennt un hot in neie Kråche draus gemåcht.
Bedeutung:
Als man sich noch bis in die 50er, 60er Jahre hinein ein neues Hemd nicht leisten konnte, ging man mit dem am Kragen abgewetzten Hemd zum Schneider. Der hat ein Stück vom Rückenteil genommen und damit einen neuen Kragen gefertigt.
Willi Dehoust
Was früher war
Månschesterhouse
Uff die Månschesterhouse wår ma gånz stolz. Ma hot å åfach Manschester gsåt. Heit säischt ma Cordhouse un die Jeans wårn noch net sou in Mode..
Willi Dehoust
Was früher war
Rheinfränkisch/Kurpfälzisch
Knoddlkärschl
Wann die Gail durchs Ort g’loffe sinn, dann hewwe sie als mohl ihr Knoddl falle glosst. Die Buwe hewwe dann die Knoddl mim Knoddlkärsch eigsammelt. Des woh en gute Dinger fa de Gohde.
Bedeutung:
Statt Traktoren hatten die Landwirte Pferde. Deren Hinterlassenschaften wurden mit einem „Pferdeäpfelwagen“ – meist kleinen „Bollerwagen“ – eingesammelt und fanden als Dünger Verwendung.
Charly Weibel
