Kinder erleben Herbstgedichte auf Hochdeutsch und in Baiertaler Mundart
„Äm Herbschd“ – Dialekt sorgt für Begeisterung in der Kinderbrücke Baiertal
Wie lebendig und zugleich selbstverständlich Mundart für Kinder sein kann, zeigte sich bei einer besonderen Vorleseaktion in der Kinderbrücke Baiertal.
In beiden Gruppen des Kindergartens standen Herbstgedichte auf dem Programm – und dies in gleich zwei sprachlichen Fassungen.
Gelesen wurde aus dem Kinderbuch von Martin Kleinert, das sowohl unter dem Titel „Im Herbst“ in Hochdeutsch als auch als „Äm Herbschd“ im Baiertaler Dialekt erschienen ist. Die liebevollen Illustrationen stammen von Tanja und Raphael Baur.

Gerade die Mundartfassung sorgte bei den jungen Zuhörerinnen und Zuhörern für große Begeisterung.
Als die Erzieherinnen die Geschichte im Dialekt vorlasen, mussten die Kinder immer wieder lachen. „Du sprichst ja wie die Kerweborschde“ tönte es spontan aus dem jungen Publikum.
Besonders bemerkenswert: Auch Kinder, die zu Hause ausschließlich mit Hochdeutsch aufwachsen, konnten der Geschichte in Baiertaler Mundart problemlos folgen und verstanden deren Inhalt.
Die Vorleseaktion zeigte damit auf spielerische Weise, dass Dialekt für Kinder keineswegs eine sprachliche Barriere darstellen muss. Im Gegenteil: Mundart kann Neugier wecken, für Sprachvielfalt sensibilisieren und gleichzeitig einen unmittelbaren Bezug zur eigenen Region und deren kulturellen Traditionen herstellen.
Eine zusätzliche Möglichkeit, die Mundart kennenzulernen, bietet die eingesprochene Fassung der Gedichte. Martin Kleinert hat den Text selbst aufgenommen, sodass Kinder und Erwachsene den Baiertaler Dialekt auch unabhängig vom Buch hören und kennenlernen können.
Die Aufnahme ist über die Internetseite https://babbelbobbel.de/versvergnuegt.html abrufbar.
Die Kinderbrücke Baiertal bedankte sich bei Martin Kleinert für die beiden Buchfassungen sowie bei Tanja und Raphael Baur für die Illustrationen.
Vor allem aber machte die Aktion deutlich: Mundart lebt – und sie kann auch die jüngste Generation zum Zuhören, Lachen und Mitsprechen bringen.

Und was mähnt de Audor dezu:
„Wenn ma äh Biechl schreibt, donn hofft ma druff dass es ah glese wärd.
Äm beschde Fall solls Freid mache. Mit dem Gedanke heb ich de Kinnerbrigg in Baiadl (also Kinderbrücke Baiertal)
je zwee Exemplare uff hochdeitsch unn uff kurpfälzisch gschenkt. Unn was mache die demit?
Die lese des ned nur, die lese des allene Kinner vor. Und die Kinner hewwes richtig gfeiert unn ihr Spaß ghat. Als Erzieher isch des echt klasse, als Krutze subbaluschdich unn als Autor großartich.“ (Martin Kleinert)
