En scheener Obend mid Groove un G’fiehl

Mundartkonzert im Ettlinger Bürgerkeller

Es geht in Richtung 19 Uhr, als sich die Gäste im Bürgerkeller der Stadthalle Ettlingen einfinden. Gespannte Neugier begleitet sie: „Was des wohl heid Owend gebbe dud?“

Auf dem Programm steht Mundartmusik aus dem Elsass und dem Badischen.

Nö, keine Folklore, sondern unterhaltsame, tiefsinnige und erfrischende Musik. Eben Groove un G’fiehl. 

Veronica Kerber die Moderatorin des Abends, eröffnet im eher ortsfremden aber dafür umso charmanteren Oberrheinalemannisch die Veranstaltung. Begrüßt danach als Ersten den elsässischen Liedermacher Serge Rieger, der mit seinem Humor und seinen Liedern sofort die Herzen des Publikums gewinnt. Gewohnt gekonnt und einfühlsam gibt er neben einem seiner Kinderlieder u. a. auch seinen Siegertitel des Wettbewerbs d’Stimme 2018 (Sélestat, Elsass) „Nìt ùm’s verrecke“ zum Besten.

Ihm folgt der Murgtäler Christoph Merkel, der etwa mit melancholischen Tönen zum Thema Beziehungschaos oder Rythmen aus der musikalischen Hängematte dem Motto des Abends – Groove un G’fiehl – trefflich Rechnung trägt.

Seine Songs, ebenfalls von der Gitarre begleitet, zeigen eindrucksvoll, wie viel Herzblut in seiner Musik steckt – nicht zuletzt geprägt durch die Ausdruckskraft der Mundart.

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Dann lässt Buddy Hills mit seinen Badisch Buddies im wahrsten Sinne die „Puppen“ tanzen.

Die Badisch Buddies, das sind Liedermacher und Sänger Buddy Hills, geboren und aufgewachen in Malsch, Jörg Besch aus St. Georgen am Bass, Jürgen Lehmann aus Kehl am Schlagzeug und Rory Emppland aus Offenburg an der E-Gitarre. Ihre Rock’n’Roll-Stücke gehen einigen Zuschauer:innen sprichwörtlich in die „Fieß“ und lässt sie vor der Bühne begeistert grooven.

Zwischen den Auftritten bringt Veronica mit ihren humorvoll-forschenden Lückentexten die Auftretenden weniger in Verlegenheit, sondern stellt sie den anwesenden Gästen auf unterhaltsamer Weise näher vor. So kann etwa Christoph Merkel sein offensichtliches Faible für die Sportschau als elektrisierenden Ausgleich zu seinem eher melancholisch-sanften Musikschaffen nicht verbergen.

Das Resümee des Abends liegt da klar auf der Hand: So macht lebendige Mundart einfach Spaß! Unterstützt wurde der Abend von den Stadtwerken Ettlingen sowie dem Kulturamt Ettlingen.

Und um aus Serge Riegers Textrepertoire eine Anleihe zu nehmen:
„Nìt ùm’s verrecke“ hätt ich den Owend misse meechde …

 

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