Redewendungen im Dialekt
Redewendungen und Sprüche in Mundart, ob in Kurpfälzisch, Süderfränkisch oder Oberrheinalemannsich, bringen die Dinge sprachlich auf den Punkt.
Nachfolgend einige Beispiele (zum Teil mit Audio-Dateien), die zeigen wie treffend die Dinge benannt werden, etwas, was in dieser Form im Standdardeutsch nicht funktioniert …
Willi Dehoust | Kurpfälzisch aus Dossenheim
„Wånn die wisste, was do näikimmt, do keme mer näi un nimmer naus.“
So sprach der Metzger zu seinem Gesellen. Wenn die Kunden also wüssten, was in die Wurst alles reinkommt, dann kämen sie ins Gefängnis und nicht wieder raus.
Willi Dehoust | Kurpfälzisch aus Dossenheim
„Jedem Dierle säi Blesierle“
Gemeint ist natürlich der Mensch, sei ihm seine kleine Freude (Pläsier) gegönnt
Willi Dehoust | Kurpfälzisch aus Dossenheim
„Ich hebb mich gånz schäi abgezwatzelt “
Ich habe mich ganz schön abgemüht, mich beeilt, das und jenes noch zu erledigen.
Willi Dehoust | Kurpfälzisch aus Dossenheim
„Do hew isch awwa gånz schäi gschtråndlt “
Als der mir das erzählt hatte, wollte ich es zunächst nicht glauben.
Willi Dehoust | Kurpfälzisch aus Dossenheim
„Wånn se all kumme, gäihn se net all näi, awwa wånn se net all kumme, gäihn se all näi.“
Wenn alle in einer Gemeinde zum Gottesdienst in die Kirche gingen, dann wäre für sie nicht genug Platz; aber wenn sie nicht alle kommen, dann reicht der Platz für sie.
Willi Dehoust | Kurpfälzisch aus Dossenheim
„Mariä Lichtmess, schbinne vergess, bei Dåg zu Nacht ess.“
Ab dem 2. Februar wurde nicht mehr Wolle gesponnen und man aß abends wieder bei Tageslicht.
Willi Dehoust | Kurpfälzisch aus Dossenheim
„Wånn`s widda nauszus gäiht“
Das machen wir, wenn die Tage wieder länger werden. Man kann es auch noch im Frühjahr sagen, wenn man vielleicht irgendetwas noch nicht machen oder hinausschieben will.
Veronica Kerber | Oberrhein-Alemannisch
„Hocksch uf´m Schnäpperli?“
Fragt man jemanden spöttisch, der nervös, gespannt auf etwas oder hibbelig ist.
Veronica Kerber | Oberrhein-Alemannisch
„Was ziegsch widder fir e Bletsch?“
Was machst du wieder für ein miesepetriges Gesicht/Schmollgesicht ?
Veronica Kerber | Oberrhein-Alemannisch
„Du bisch schnaigig wie e Geis“
Sagt man eher negativ meinend zu einem anspruchsvollen Esser, also zu jemandem der extrem wählerisch ist.
Veronica Kerber | Oberrhein-Alemannisch
„Ihr renne grad widder fort, wie d´Säu vum Trog“
Sagt man zu Kindern, die den Esstisch verlassen ohne helfen, abzuräumen.
Veronica Kerber | Oberrhein-Alemannisch
„D‘Biire sin gschittelt“
Es ist nicht mehr zu ändern, meine Entscheidung ist gefallen
Veronica Kerber | Oberrhein-Alemannisch
„Jetz isch Hai dunde!“
„jetzt ist das Heu unten“ – der entscheidende Zeitpunkt ist vorbei, sie Situation ist endgültig
Veronica Kerber | Oberrhein-Alemannisch
„Die blärrt wege jedem Hafekäs“
Sie weint wegen jeder Kleinigkeit / aus jedem Käse wird ein Drama gemacht
Charly Weibel | Rheinfränkisch
„De Bär isch g’schehlt“
Es ist nicht zu ändern.
Es ist passiert.
Charly Weibel | Rheinfränkisch
„Do griggsch doch grohd die Kränk“
Ausruf des Erstaunens „Das darf dorch nicht wahr sein!“
Charly Weibel | Rheinfränkisch
„Des schmeckt wie eig’schlohfene Fieß“
Das Essen mundet nicht.
